Im Klybeck betrieben Novartis und BASF über 100 Jahre lang Chemie. Nun befindet sich das Quartier seit einigen Jahren im Umbruch und ist von Gentrifizierung betroffen. Das Projekt Klybeck Plus verspricht eine Neugestaltung, die im Grunde ein vielfältiges Quartier ermöglichen soll. Doch dabei bleiben zentrale Fragen unbeantwortet: Wer kann sich das Wohnen dort leisten? Wie wird mit Schadstoffen umgegangen? Warum stehen grosse Flächen weiterhin leer?
Durch die Umsetzung von Klybeck Plus werden grosse Teile der aktuellen Bevölkerung im Klybeck – oft Menschen aus der unteren Bevölkerungsschicht – aus dem Quartier verdrängt. Dies ist einem rein wirtschaftlichen Denken der Investor:innen geschuldet, weg vom Allgemeinwohl der Bevölkerung.
Dieses Projekt entstand aus der Dringlichkeit heraus, den Bewohner:innen des Klybecks diese Problematiken aufzuzeigen und damit einen Beitrag zum Diskurs zu leisten. Noch wichtiger als Aufmerksamkeit zu schaffen, ist es jedoch, sich zu vernetzen und die wertvollen Ressourcen zu nutzen, die das Klybeck zu bieten hat. Deshalb ist es ein weiteres Anliegen dieser Arbeit, auf tolle, gemeinnützige Akteure im Klybeck hinzuweisen.
Die Entwicklungen rund um Klybeck Plus sind exemplarisch für viele urbane Transformationsprozesse, bei denen wirtschaftliche Interessen über soziale und ökologische Anliegen gestellt werden. Diese Gentrifizierungsproblematik ist auf viele Städte übertragbar. Für eine diverse, gemeinnützige Zukunft des urbanen Wohnungsbaus ist es zentral, sich damit auseinanderzusetzen.
Plakate: Mit einer analogen Plakatserie soll im öffentlichen Raum Aufmerksamkeit für die Problematiken von Klybeck Plus geschaffen werden. Die Plakate wurden bewusst auffällig gestaltet, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen. Die Farbwahl Gelb-Schwarz ist auf die visuelle Identität des aktuellen Klybeckareals zurückzuführen, damit Betrachtende noch schneller den Link zum Klybeck machen.
Pixel: Dank dieser Augmented-Reality-Webseite werden alle drei Plakate animiert. Ein Rollladen geht runder und gibt so die Antwort auf die jeweilige Problematik frei. Die Animation basiert auf dem schweizerdeutschen Sprichwort «Mir goht der Lade abe.» Die knallgelben Rollläden des Gebäudes K-102 auf dem Klybeckareal lieferten die Idee dazu.
Perspektiven: Durch das Aufzeigen der Problematiken von Klybeck Plus, von möglichen Lösungsansätzen sowie durch den direkten Verweis auf wichtige Akteure im Klybeck-Diskurs werden verschiedene Perspektiven beleuchtet.