Das Klybeckareal war jahrzehntelang ein bedeutender Industriestandort. Aufgrund der chemischen Produktion sind jedoch einige Bereiche des Bodens mit Schadstoffen belastet. Das kann verheerende Folgen haben! Da eine grossflächige Sanierung des Bodens viel Geld und Zeit kostet, haben die Investor:innen das Problem lange Zeit verschwiegen. Erst im Februar dieses Jahres wurden auf die dringlichen Forderungen der Bevölkerung hin umfassende Schadstoffberichte öffentlich vorgelegt. Doch auch mit diesen Berichten sind nicht alle Altlasten erfasst, da die Messungen lediglich stichprobenartig an verschiedenen Standorten auf dem Areal durchgeführt wurden.
Für ein neues Quartier mit Wohnraum, Freizeitflächen und Grünräumen sind umfassende und transparente Schadstoffberichte sowie entsprechende Sanierungsmassnahmen zentral! Dabei geht es nicht nur um Sicherheit, sondern auch um das Vertrauen der Bevölkerung.
Das Plakat übersetzt die Thematik der Schadstoffbelastung in ein abstrahiertes Warnsymbol, welches die Aufmerksamkeit der Betrachtenden auf sich zieht. Passend dazu der Slogan «Immer noch giftig», um das Ganze zu unterstreichen. Kleingedruckt findet sich ein Auszug aus einer Grundwassermessung des Kantons, die im Mai 2024 auf dem Areal durchgeführt wurde.
Das Aufwertungsprojekt Klybeck Plus verspricht zwar neue Wohnungen, Grünflächen und Belebung. Doch zu welchem Preis? Mit der Umsetzung des Projekts werden die Mietpreise überdimensional in die Höhe getrieben und die Mehrheit der aktuellen Quartierbevölkerung wird verdrängt. Das ist keine Theorie, sondern wird mit Sicherheit passieren, denn mit einem Median-Monatseinkommen von 3'125 Franken ist das Klybeck das Quartier mit dem geringsten Einkommen in Basel. Die Bevölkerung wird sich die Mietpreise von Klybeck Plus nicht leisten können. Ein durchmischtes Quartier lebt von Vielfalt – sozial wie kulturell. Das spiegelt sich auf Seite der Investor:innen nicht wieder, denn ihnen geht es lediglich um Profit!
Erfreulich ist die gegenseitige Zustimmung, 33% der geplanten Wohnfläche im Kostenmietemodell umzusetzen. Das bedeutet konkret, dass die Mietkosten lediglich die Instandhaltungskosten der Vermietung decken und somit deutlich niedriger ausfallen. Leider wurde ein erster Vorstoss für insgesamt 50% gemeinnützigen Wohnungsbau nicht angenommen.
Der markante Pfeil auf dem Plakat steht symbolisch für die Mietpreise, die mit der Umsetzung von Klybeck Plus in die Höhe schiessen werden. Der Slogan «Bald unbezahlbar» spielt mit der meist positiv konnotierten Aussage und setzt sie in einen negativen Kontext. Ergänzt wird er durch die kleingedruckten Mietpreise.
Auf dem Klybeckareal gibt es aktuell temporäre Zwischennutzungen, die viel Raum für Kreativität und soziale Projekte bieten. Leider enden die Zwischennutzungen Ende 2025 und die Gebäude werden anschliessend wieder leer stehen. Das ist in Ordnung, denn es wurde von Anfang an kommuniziert. Das Problem ist jedoch, dass die meisten Gebäude auf dem Areal deutlich länger leer stehen, als sie genutzt werden dürfen. Zudem gibt es einige Gebäude, die gar nie für eine Zwischennutzung freigegeben wurden. Trotz Wohnraummangel und steigender Mieten stehen diese Gebäude Jahrzehnte lang leer.
Zwischennutzungen tragen massgeblich dazu bei, das Quartier schrittweise zu beleben, bestehende Strukturen zu erhalten und einen Raum für alle Bevölkerungsschichten zu schaffen. Das ist enorm wertvoll! Die Investor:innen von Klybeck Plus hingegen sehen keinen Wert in Zwischennutzungen.
Auf dem Plakat wird der Leerraum symbolisch durch eckige Klammern ohne Inhalt dargestellt. Da die laufenden Zwischennutzungen im Winter 2025 enden, wurde der Slogan «Schon wieder leer» gewählt. Kleingedruckt finden sich die betroffenen Gebäude.